Landkreis Marburg-Biedenkopf
Schüler & Eltern

Streitschlichtung

Streitschlichtung

WARUM STREITSCHLICHTUNG IN DER SCHULE?

Streitigkeiten gehören zum alltäglichen Leben. Konflikte werden aber nicht immer zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst. Oft gibt es bei der Lösung durch Lehrer einen Gewinner und einen Verlierer, d.h. der nächste Konflikt ist vorprogrammiert. Dieser Teufelskreis soll durch das Konzept der Streitschlichtung durchbrochen werden. Das Ziel der Streitschlichtung ist, eine Lösung zu finden, mit der alle Beteiligen einverstanden sind.

AUSBILDUNG DER STREITSCHLICHTER

Ausgebildet werden Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe innerhalb eines Wahlpflichtkurses.

Die Schwerpunkte der Ausbildung liegen auf der

  • Körpersprache,
  • der verbalen Kommunikation,
  • dem aktiven Zuhören,
  • der Gesprächsführung und den
  • Ich-Botschaften.

Ein Streitschlichter muss

  • neutral sein,
  • konzentriert zuhören können,
  • Aussagen zusammenfassen können,
  • ein Gespräch leiten können,
  • seinen Gesprächspartnern das Gefühl geben, verstanden zu werden,
  • Lösungshelfer sein und darf
  • keine Lösungen vorgeben.

Die ausgebildeten Schlichter stehen ihren Mitschülern im neuen Schuljahr in den großen Pausen zur Verfügung. Die Schlichtung findet in einem besonderen Raum statt und darf maximal 15 Minuten über eine Pause hinausgehen. Sollte die Zeit nicht ausreichen, wird ein neuer Termin vereinbart.

DAS SCHLICHTUNGSGESPRÄCH

Die Schlichtung findet nach einem genauen Plan statt.
Zu Beginn stellen sich alle Beteiligten gegenseitig vor. Der Schlichter erklärt die Gesprächsregeln (sich ausreden lassen, sich nicht beschimpfen usw.) und sichert Neutralität und Vertraulichkeit zu.

Danach tragen die Konfliktparteien ihre Standpunkte vor. Der Schlichter wiederholt die wesentlichen Punkte und bringt Emotionen und Motive zur Sprache.
In der eigentlichen Schlichtungsphase notieren die Kontrahenten was sie von ihrem Gegenüber erwarten und was sie selber als Beitrag zu leisten bereit sind.
Wenn eine Einigung gefunden wurde, verfasst der Schlichter einen Vertrag, der von allen Beteiligten unterschrieben wird.

BEGLEITENDE MAßNAHMEN

Die Streitschlichter bekommen nach der erfolgreichen Ausbildung ein Zertifikat, das sie zum Einsatz als Schlichter an unserem Standort berechtigt. Wenn sie bereit sind ihre Fähigkeiten im folgenden Schuljahr für ihre Mitschüler einzusetzen, bekommen sie eine positive Bemerkung ins Zeugnis.

Die Klassen 5 und 7 bekommen einen Elternbrief, in dem die Eltern über das Konzept informiert werden.

 

Schülerlotsen

Als einzige Schule im Landkreis Marburg-Biedenkopf bilden wir Schülerinnen und Schüler zu Schülerlotsen aus.

Seit den 60er Jahren ist der Schülerlotsendienst an dem Standort Biedenkopf Tradition. Nach mehreren Unterbrechungen wurde er im Jahr 2O02 neu belebt. Inzwischen gibt es in den siebten bis neunten Haupt- und Realschulklassen wieder verstärktes Interesse an dieser verantwortungsvollen, ehrenamtlichen Tätigkeit. Pro Schuljahr lassen sich seitdem etwa 20 Schüler ausbilden.

Interessierte Schüler, die mindestens 13 Jahre alt sind und die erforderliche Reife aufweisen, werden zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, in der sie zunächst mehr über ihre Rechte und Pflichten erfahren. Wenn nach einer Bedenkzeit immer noch Interesse besteht, wird eine Einverständniserklärung der Eltern eingeholt, bevor die Ausbildung beginnt. Wer daran teilnimmt, verpflichtet sich für zwei Schulhalbjahre. Danach kann er entweder weiter als Schülerlotse tätig sein, eine Patenschaft für die nachkommenden Lotsen übernehmen oder seinen Dienst beenden.

Für die Ausbildung, die dreimal je zwei Schulstunden umfasst, sind die Polizisten der Jugendverkehrsschule in Dautphetal zuständig. Die Schüler müssen in den theoretischen Unterrichtsstunden neben der Verkehrsordnung lernen, wie sie sich als Schülerlotsen zu verhalten haben. Dazu gehört, Verkehrssituationen richtig einschätzen sowie mögliche Gefahren erkennen und verhindern zu können. Am Ende erfolgt dann der praktische Teil der Ausbildung an der Ampel.

Nach Abschluss des Unterrichts müssen die Schüler in einer Prüfung nachweisen, dass sie alle Voraussetzungen für den Schülerlotsendienst erfüllen und der Aufgabe gewachsen sind. Die ersten praktischen Einsätze werden noch von der Polizei beaufsichtigt, so dass notfalls helfend eingegriffen werden kann. Jeweils zwei Schülerlotsen sind an jedem Schultag vor Unterrichtsbeginn sowie nach der fünften und sechsten Stunde im Einsatz, ebenso beim SV-Turnier, bei Schulfesten und am Tag der offenen Tür. Um den Dienstplan zu koordinieren, treffen sie sich jeden Donnerstag in der ersten großen Pause mit Frau Jung, der zuständigen Lehrkraft. Schüler, die regelmäßig und gewissenhaft ihren Dienst versehen, erhalten einen positiven Vermerk im Zeugnis.