Landkreis Marburg-Biedenkopf
Unsere Schule

Soziales Lernen

Wir möchten an unserer Schule Kinder und Jugendliche zu einem verantwortungsbewussten Leben in einer demokratischen Gesellschaft befähigen.

Schule ergänzt zum Elternhaus die Erziehung zur Gemeinschaftsfähigkeit (Beziehungsfähigkeit).[1] Das Kerncurriculum spricht im Zusammenhang mit den „überfachlichen Kompetenzen“[2] von „Sozialkompetenz“.

 

Im Schulleben stellt sich die Frage nach der Gemeinschaftsfähigkeit z.B. folgendermaßen:

  • Wie stärken wir unsere Klassengemeinschaft?
  • Wie verhalte ich mich wertschätzend und respektvoll gegenüber Mitschülern und Lehrern?
  • Wie helfe ich Mitschülern?
  • Wie helfe ich Schulveranstaltungen erfolgreich zu machen?
  • „Gemeinsam an einer großen Sache arbeiten“
  • „Verführungen und Versuchungen wahrnehmen und widerstehen“
  • „Schule mitgestalten“

 

Gemeinschaftsfähigkeit zeigt sich z.B. an folgenden Teilkompetenzen:

  • soziale Wahrnehmungsfähigkeit (Empathie)
  • Rücksichtnahme und Solidarität
  • Kooperation und Teamfähigkeit
  • Umgang mit Konflikten
  • Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung
  • interkulturelle Verständigung

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Der Wert der Gemeinschaft wird hoch geschätzt, ersehnt oder als Grundlage für Leistungen beschworen, z.B. in der Vereinsarbeit, beim ehrenamtlichen Engagement auf kommunalpolitischer (Ortsgemeinde) oder kirchlicher Ebene, in Betrieben, in Familie und Freundschaft. Dabei ist der Wert der Gemeinschaft verknüpft mit den Werten einer Gemeinschaft. Das Kollegium der Pädagoginnen und Pädagogen repräsentiert und schützt das Wertesystem der Schulgemeinde. Erziehung zur Gemeinschaftsfähigkeit und Werteerziehung bilden eine Einheit. Soziales Lernen zielt einerseits auf Sozialkompetenz, muss sich andererseits mit jeder Generation neu seiner „Wertebasis“ – Netz – bewusst werden: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.[3]

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Im Lernprozess orientiert sich der Lernende zunächst am Pädagogen. Soziales Lernen ist Lernen am Modell des Pädagogen. Hier geht es um Leidenschaftlichkeit, Authentizität und die innere Haltung des Pädagogen. „Das wichtigste Curriculum des Pädagogen ist seine Person.“[4]

 

Voraussetzung für eine gesunde Gemeinschaftsfähigkeit besteht in der emotionalen Entwicklung der Lernenden, d.h. sie lernen für ihre Gefühle und die dahinter stehenden Bedürfnisse Verantwortung zu übernehmen. Darum kommt der emotionalen Fürsorge und Förderung durch den Pädagogen ein hoher Stellenwert zu. Emotionale Bedürfnisse müssen auch im Schulkontext wahrgenommen und ernst genommen werden (eine Auswahl nach Rosenberg[5]: Autonomie = eigene Träume, Ziele, Werte bestimmen und über das Vorgehen, wie diese realisiert werden können, bestimmen. Selbstwirksamkeit, Feiern, Kreativität, Sinnhaftigkeit, Selbstwert, Akzeptanz, Wertschätzung, Nähe, Rücksichtnahme, emotionale Sicherheit, Schutz, Unterstützung, Vertrauen, Verständnis, Wärme. Nahrung für den Körper: Luft, Wasser, Bewegung, Ruhe, Unterkunft, Sexualleben, körperliche Nähe. Spirituelle Verbundenheit: Schönheit, Harmonie, Inspiration, Ordnung, Friede etc.). Auf diesem Lernweg finden unsere Schülerinnen und Schüler Zugang zu ihrer Lebensenergie. Mit dieser Kraft können sie Gemeinschaft positiv gestalten.

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[1] Erziehungsauftrag der Schule
[2] „Personale Kompetenz“, „Lernkompetenz“, „Sprachkompetenz“, „Sozialkompetenz“
[3] Grundwerte im Grundgesetz, Menschenrechte oder „Glaube, Liebe, Hoffnung“
[4] Hartmut von Hentig
[5] Begründer der „Gewaltfreien Kommunikation“.